Systemisch mit Wasser kochen können!

Vom 27. Juni bis 1. Juli 2016 hat ein sehr spannendes und inspirierendes Seminar zum Thema »Systemische Supervision und Organisationsentwicklung« am Helm Stierlin Institut in Heidelberg stattgefunden.

Themen waren unter anderem:

  • Systemische Organisationstheorie und Organisations-Selbsterfahrung
  • Supervisions- und OE-Techniken (Supervisions-Walzer, Reflexionsliste, Organisations-Zeitlinie, usw.)
  • Fall- und Teamsupervision
  • Führungskräfteberatung
  • Krisenintervention und Konfliktmediation im Team

Lange und spannende Diskussionen hat das Konzept der „Organisation von Selbstorganisation“ von Mechthild Reinhard unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewirkt, woran auch Mechthilds bedeutsame Unterscheidung zwischen »Warum« und »Wofür« im Rahmen von Organisationsentwicklungsprozessen beigetragen hat.

Das Wesen der Vagen Dinge konnte ich wiederfinden in der von Julika Zwack eingebrachten Unterscheidung von »entscheidbaren« und »unentscheidbaren« Fragen (nach Heinz von Förster) bzw. der Feststellung, dass „nur unentscheidbare Fragen entschieden werden können„.

Für mich selber bestätigte sich erneut mein Eindruck, dass die einzelnen systemischen Bereiche (wie Therapie, Coaching, Pädagogik, OE, usw.) auf dem gleichen theoretischen Unterbau sowie der gleichen Haltung und Menschenbild aufbauen.

Dadurch lassen sich die einzelnen Konzepte (z.B. Auftragsklärung) von dem einen Bereich auf den anderen Bereich übertragen – vorausgesetzt, man berücksichtigt die Kontextsensibilität und damit die unterschiedlichen Gewichtungen und Rahmenbedingungen (z.B. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen einer Systemischen Paartherapie und einer systemischen Konfliktmediation im Team).

Der Systemische Ansatz ist kein reines Sammelsurium pfiffiger Ideen, die unabhängig voneinander existieren, sondern bietet auf einer Metaebene ein Konzept, aus dem sich die einzelnen Methoden und damit auch die Techniken ableiten lassen. Mechthild und ich stimmten auch darin überein, dass man sich so auch seine eigenen „Techniken“ entwerfen kann, wenn man die Strukturen auf einem höheren Abstraktionsgrad erfasst hat.

Es war erfrischend, sich in den Arbeitsweisen der Kolleginnen und Kollegen wiederfinden zu können, zu sehen, dass wir alle gemeinsam (im positiven Sinne) „mit Wasser kochen“ und dadurch nicht nur in unserer Arbeit Dinge bewegen, sondern uns auch gegenseitig immer wieder aufs Neue inspirieren und unterstützen können.

 

 

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